Unbegrenztes LTE Datenvolumen für 80 Euro

Für alle, die nicht auf die Verlegung einer Breitbandanbindung warten möchten, ist ein neuer LTE Datentarif vielleicht von Interesse:

Die Telekom bietet unbegrenztes LTE Datenvolumen im neuen Tarif MagentaMobil XL für 80,- € pro Monat. Es ist zwar nicht erlaubt, dass dieser Tarif für den Internetzugang zu Hause genutzt wird. Technisch könnte man aber mit einem Datenstick am Router oder einer Verbindung zwischen Router und Handy Hotspot den Tarif hierfür nutzen.

Glasfaser oder Kupfer?

Erklärtes Breitbandziel der Bundesregierung ist es 50 MBit/s deutschlandweit in 2018 auszubauen. Andere Staaten haben dieses Ziel bereits in der Vergangenheit erreicht und sich deutlich ambitioniertere Ziele gesetzt. Ob Ausbauziele über 50 MBit/s sinnvoll sind oder nicht würde ich in der Folge gerne darstellen:

Mehr und mehr Geräte im Haushalt benötigen einen Internetanschluss und damit auch regelmäßige Updates. Security Kameras arbeiten bspw. i. d. R. mit Online Datensicherungen. Eigene Daten werden zum Schutz vor physikalischen Schäden in die Cloud kopiert. Mehr und mehr Arbeitnehmer arbeiten von Zuhause im Firmennetzwerk und kommunizieren über Videokonferenzen.

Streaming Dienste wie Netflix, Amazon oder Spotify ersetzen die eigene Film- u. Musiksammlung. Fernseher, mit PAL Qualität (768 x 576) sind praktisch nicht mehr zu bekommen.  4K (3840 × 2160) und HDR sind bei aktuellen Modellen bereits Standard. Dabei benötigt bspw. ein Film in neuer „Blu-ray“  Qualität zur Übertragung ca. 100x mehr Bandbreite als ein Film in alter „VHS“ Qualität.

Besonders deutlich wird das benötigte Datenvolumen, wenn man sich die Entwicklung der verbrauchten Bandbreite in Deutschland anschaut:

Der Bedarf wächst also im Schnitt seit 2012 mit über 40% im Jahr.

Das bedeutet für die Zukunft, dass selbst Anschlüsse die heute ausreichend schnell sind, zukünftig zu langsam sein werden. 50 MBit/s in 2016 werden also in 2020 nur noch einen Nutzen haben wie heutzutage ein  5,7 MBit/s Anschluss.

Mit einem Kupferkabel Anschluss werden heute bis 200 MBit/s unter idealen Bedingungen erreicht. Bei uns in der Gegend aufgrund zu langer Leitungen jedoch oftmals nur 2-5 MBit/s. Mit heutigen Glasfaserkabeln lassen sich bis zu 40.000 MBit/s erreichen. Wobei derzeit eher Produkte im Bereich bis zu 1.000 Mbit/s kommerziell vermarktet werden. Ein weiter Vorteil ist auch, dass Glasfaserleitungen für eine fehlerfreie Übertragung bis zu 10x länger sein dürfen als Kupferkabel.

Aktueller Stand Oktober 2017

Der Förderantrag für Essen wurde genehmigt und damit stehen der Stadt 18 Millionen Euro für den Ausbau von Breitbandnetzen zur Verfügung.

Derzeit findet ein Ausschreibungsverfahren statt, in dessen Rahmen Netzbetreiber sich für den Ausbau bewerben können. Aufgrund von EU Vergabevorschriften muss dieses Verfahren leider bis Mitte November 2017 andauern.

Wir hoffen hier auf einen möglichst hohen FTTB Anteil für die Laupendahler Siedlung um für zukünftig benötigte Bandbreiten gerüstet zu sein.

Förderantrag genehmigt!

Hallo,

es gibt gute Nachrichten:

Der Förderantrag für die Stadt Essen wurde am 26.07.17 vom Bundesverkehrsministerium genehmigt!

Damit ist der Weg frei um mit Bundes- und Landesmitteln (Landesmittel hängen an der Förderung des Bundes) den Ausbau der Breitbandanbindung in der Laupendahler Siedlung voranzutreiben.

Aufgrund der prekären derzeitigen Anbindung wurde uns von Seiten der Essener Wirtschaftsförderung zugesichert, dass die Fördermittel auch in die Laupendahler Siedlung fließen.

Es sind 50 Mbit/s für Privathaushalte und 1 GBit/s für Unternehmen über die Verlegung von Glasfaser geplant.

Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, sollen noch Ende August die Ausschreibungsverfahren für die Telekommunikationsunternehmen starten. Im Oktober könnten dann bereits die Baumaßnahmen beginnen.

Das ist aus meiner Sicht ein sehr ambitionierter Zeitplan, aber wäre natürlich super 🙂

 

 

 

Unterschriftenaktion erfolgreich

An den letzten drei Wochenenden sind Jan Kohlmann und ich in der Nachbarschaft unterwegs gewesen und haben Unterschriften für den Breitbandausbau gesammelt.

95% der angesprochenen Nachbarn haben Interesse an einem Breitbandausbau in unserer Siedlung und die Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützt! Konkret bedeutet dies, dass 82 Häuser mit insgesamt 227 Bewohnern einen schnelleren Internetanschluss wünschen. Derzeit kommen auch beinahe täglich noch weitere Nachbarn per E-Mail auf uns zu und möchten ebenfalls die Initiative unterstützen.

Vielen Dank für die bereitwillige Unterstützung, die uns weiter motiviert hat den Ausbau einer zukunftsfähige Infrastruktur für unser Wohngebiet voranzutreiben!

Die unterschriebenen Listen hat Jan Kohlmann bereits zusammen mit einem Anschreiben an den Breitbandkoordinator der Stadt Essen versendet.

Weiterhin hoffen wir auf zusätzliche Aufmerksamkeit und Unterstützung durch einen Presseartikel in der WAZ.

140.000,-€ für die Planung des Glasfaserausbaus in Essen

Für die Stadt Essen konnten noch einmal 140.000,- € für die Planung des flächendeckenden Glasfaserausbaus im Stadtgebiet Essen von der EWG akquiriert  werden.

Hiermit ist die Stadt Essen nun in der Lage den Antrag zum “Vierten Aufruf zur Förderung von Infrastrukturprojekten“ an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zu stellen.

Sollte der Bescheid des BMVI positiv beschieden werden, hat mir Herr Breder von der EWG zugesichert, dass  wir in den Genuss des geförderten Ausbaus von 50 M/Bit´s bis Ende 2018 kommen werden.

 

Unterstützung durch MdL Matthi Bolte

Her Bolte als Netzpolitischer Sprecher im NRW Landtag hatte mir die Möglichkeit gegeben unser Anliegen vorzutragen.

Entgegen meiner ersten Einschätzung ist er doch sehr bemüht uns zu unterstützen und hatte im Rahmen der Möglichkeiten interessante Ansätze vorgeschlagen.

Wie bekannt ist es möglich unser Wohngebiet per Richtfunk anzubinden und von dort per WLAN die Daten zu verteilen.  Bisher habe ich diese Möglichkeit nicht näher betrachtet aufgrund der hohen Einmalkosten für die Richtfunkanlage und die Haftungsrisiken (Störerhaftung).

Für beides hatte Herr Bolte eine Lösung vorgeschlagen. Zur Erstellung könnten wir eine Förderung beantragen. Um die Störerhaftung auszuschließen, könnten wir mit den Freifunkern als Provider zusammenarbeiten.

Über Rückmeldungen zu diesem Vorschlag wäre ich dankbar.

 

Rückmeldung des Netzpolitischen Sprechers NRW Matthi Bolte

Sehr geehrter Herr Polak,

Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren für die Förderung der Breitbandversorgung bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. Nachdem der Bund nach jahrelanger Untätigkeit Ende Oktober 2015 die Eckdaten der Breitbandförderung bekanntgegeben hatte, hat die Landesregierung erläutert, wie die Investitionen in eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur gestaltet werden sollen. Das Land NRW wird bis 2018 eine halbe Milliarde Euro bereitstellen, um alle Haushalte mit schnellem Internet (50 Mbit/s) zu versorgen. Um diese Mittel vor Ort zielgenau einsetzen zu können, unterstützen wir die Kommunen gezielt bei ihrer strategischen Ausbauplanung, entweder über die Finanzierung von Breitbandkoordinator*innen auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte oder über eine Förderung der Erstellung von NGA-Entwicklungskonzepten. Außerdem unterstützen wir konkrete Ausbauprojekte, um die Versorgungslücken in der Fläche zu schließen. Nicht jedes Programm greift in jeder Kommune, daher wäre es wichtig, mit der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH zu klären, ob es bereits ein Entwicklungskonzept gibt und welche Form der Förderung sinnvoll wäre:

Kofinanzierung des Bundesprogramms

Nach jahrelangem Drängen durch die Länder hat der Bund Ende 2015 endlich ein Förderprogramm aufgelegt. Dass es dieses Programm gibt, ist ein großer GRÜNER Erfolg, es muss aber auch über 2018 hinaus verstetigt werden. Wir brauchen auch jenseits von Sondereffekten eine strukturelle Beteiligung des Bundes an den Kosten des Breitbandausbaus. Das Land hat sich verpflichtet, alle Ausbauprojekte kozufinanzieren, die im Bundesprogramm förderfähig sind. Die Aufteilung sieht vor, dass der Bund 50% finanziert und das Land 40%. Die 10% kommunaler Eigenanteil werden in Nothaushaltskommunen ebenfalls durch das Land übernommen. Förderfähig sind sowohl die Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken als auch die Förderung von Betreibermodellen. Die Richtlinie über die Kofinanzierung des Bundesprogramms finden Sie hier.

Förderung der ländlichen Räume

Aus den Förderprogrammen für die ländlichen Räume (GAK/ELER) können Förderprojekte finanziert werden, um bislang unterversorgte ländliche Gebiete zu versorgen. Aus dem Programm können neben der Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken und der Leerrohrverlegung im Betreibermodell können auch Planungsarbeiten gefördert werden. Förderberechtigt sind nur Ortschaften im ländlichen Raum mit weniger als 10.000 Einwohner*innen. Die Aufgreifschwelle liegt bei 6 Mbit/s, d.h. es können nur Bereiche mit einer Versorgung unter 6 Mbit/s gefördert werden. Der Fördersatz beträgt 75%, bei finanzschwachen Kommunen 90%

Förderung für Gewerbegebiete

Die Breitbandversorgung für Gewerbegebiete wird über die Programme GRW, RWP und EFRE gefördert. Diese Programme sind konkret auf den Aufbau von NGA-Netzen ausgelegt. Hier sind die Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken, Tiefbauarbeiten und der Aufbau von Infrastruktur im Betreibermodell sowie Planungsarbeiten förderfähig, soweit sie dem Anschluss von Gewerbegebieten dienen. Kürzlich wurde durch das Wirtschaftsministerium festgelegt, dass die Förderung aus RWP auch möglich ist, ohne dass zuvor ein Förderantrag nach dem Bundesprogramm nicht erfolgreich war – dies gilt für reine Gewerbegebiete, aber nicht für Mischgebiete. Der Fördersatz beträgt 60%, wenn nur ein einzelnes Gewerbegebiet angeschlossen wird, und 80%, wenn das Vorhaben interkommunal abgestimmt ist. Bei reinen GRW-Projekten liegt der Fördersatz bei 75%.

Förderung durch Darlehen

Neben der Förderung durch Zuschüsse gibt es auch vielfältige Möglichkeiten für eine Förderung durch Darlehen. Eine Übersicht über die Programme finden Sie hier. Auch in der Niedrigzinsphase ist es sinnvoll, auf die Angebote der Förderbanken zurückzugreifen. So bietet bspw. die NRW.Bank neben den Darlehen auch ein umfassendes Beratungsangebot.

Für inhaltliche Rückfragen steht unser wissenschaftlicher Mitarbeiter für Wirtschaft im Landtag, Marc Schulz, gerne zur Verfügung: 0211 – 884 2862. Auch für einen persönlichen Gesprächstermin stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. In diesem Fall wenden Sie sich einfach an meinen Mitarbeiter Michael Basten: 0211 – 884 4289.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthi Bolte

 

Kommentar

Fakt ist leider, dass wir in Essen keine der genannten Förderungen bekommen, weil nur Gebiete mit niedriger Bevölkerungsdichte gefördert werden! Deshalb gehen die Bundesfördermittel für den Breitbandausbau auch fast komplett nach Mecklenbug-Vorpommern und Bayern.

Die Kosten für 1 km Glasfaser sind gleich, egal ob damit ein Bauernhof in Mecklenburg Vorpommern oder 1.000 Häuser in Essen angeschlossen werden. Die Klausel, dass die Förderung an der Bevölkerungsdichte hängt, konterkariert das Wirtschaftliche Prinzip indem mit gegebenen Mitteln (Steuergeldern) ein Minimum erreicht wird!

Positiv sei erwähnt, dass unsere Interessen sehr gut vom Breitbandkoordinator der Stadt Essen (Essener Wirtschaftsförderung)vertreten werden.